Startseite | Kontakt | Impressum

Sprachlosigkeit

Wo sind sie geblieben,
die Worte?

Ich suche in den Ecken
und anderen Verstecken.

Sprachlos ist bitter,
erzeugt im Innern Seelengezitter.

Auch kleinste Wortkinder
hüten wie einen Schatz.

Jedes Wort hat seinen Platz
im gesprochenen Satz.

Beiß nicht auf die Zähne,
öffne den Mund,
tu endlich deine eigenen
Worte kund.

Mit Ohren, Blicken und offenen Sinnen
den Neuankömmlingen
den Willkommensgruß bringen.

Schließ sie ins Herz,
öffne dich gleich,
so wirst du an ehrlichen
Worten sehr reich.

In Sprachlosigkeit liegt Ohnmacht.

Ohne Macht!
Ausgeliefert dem Dunkeln im Raum.

Wortlos wird deine Seele verkümmern,
deinen Zustand stetig verschlimmern.

Deine Zunge vertrocknet
ohne Wortlichter im Raum.
Deine Seele sucht Sprachfetzen,
atmet sie ein.

Warum lasst ihr Worte die Seelen allein?

Ach, ihr habt sie gesucht
und nicht entdeckt?

Seid eifrig, blickt unter die Decken,
da müssen irgendwo tief verborgen
und ängstlich versteckt
die Seelen der Menschen stecken.

Göttliche Wortsucher, geht endlich ans Werk,
befreit die Seelen von ihrem Ballast,
werft Berge von Schutt auf die Halde.

Wortgestöber entfaltet sich wieder,
schüttelt zusammengeknüllte
Gedanken zurecht.

Gibt ihnen Raum, befreit sie
aus dem Dunkel der tiefen Verliese.

Noch purzeln sie alle durcheinander,
ordnen sich dann und finden Einlaß
in prächtige Räume,
brechen ab und zu durch halb zerfallene Zäune.

Sie sind wieder da, haben die entsetzliche
Sprachlosigkeit zwischen den Menschen
durchbrochen,

Mensch darf wieder hoffen.

20. Mai 2007




Kommentare

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



image image image image