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Höllenharfe mit Zimbelbegleitung

Atemberaubend zart,
berückend bedrückend
spielt auf dem holprigen,
wüst knarrenden Pfad
durch das Lebensgestrüpp
die Höllenharfe.

Doch hörst du gleichzeitig
voll Staunen,
hinter diesen höllischen
höhnischen Tönen voll Disharmonie,

die wohlgestimmten Zimbeln
und Geigen des obersten Himmelsorchesters
voll Wohlklang mit starker Melodie.

An so etwas dachtest du nie.

Schrill und still,
harmonisch und falsch,
alles ist möglich,
eröffnet sich dir,

Höre darauf!

Voller Wunder steckt er, der Mensch,
der sich zu seinen Sünden bekennt,
dem nie eine Schuld bewusst
und der trotzdem bei Bedarf wirklich
und wahrhaftig fast ehrlich ist.

Das Gute im Bösen,
im Edelmann der Raubritter gar,
tja, was ist denn nun wahr?
Wie willst du die Wahrheit erkennen?

Schrilles wird still, weiß, was es will
Stilles wird wach,
steigt gar der Dummheit aufs Dach.

Blick hinter die Dinge, bemühe dich,
denke und lenke, verstehe, erkläre,
öffne die Augen und sieh in die Herzen,
nur dort siehst du wirkliche Schmerzen.

Hüte die Menschen, achte das Schwache.
Sei nicht zu beeindruckt
von großartiger Geste.
Erblicke hinter glattester,
unschuldig weiß schimmernder Fläche
merkwürdige, denkwürdige
und sehr menschliche Schwäche.

So wirst du verstehen
und nie aus Versehen
den Bösen verdammen,
um dem Guten deine Seele zu geben.

Du darfst ihn auch nicht
hoch in den Himmel heben!

Du würdest die schrecklichste,
schmerzliche Zerrung
am eigenen Leibe erleben.

23. Mai 2007




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