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Auf meinem Weg nach innen

Auf meinem Wege nach innen
begegne ich der Frau schlechthin,
sie ist tief verankert in meinen Sinn.

Ich begegne der Mutter der Erde,
und der Frau, die bei den Sternen wacht.

Anmut und Sanftmut, Demut und Wehmut,
sehende, heilende Frauen von Anbeginn.

Geschunden, gefoltert, geblendet, verkannt,
Nieder mit ihnen!
Vorsichtshalber auf vielen
- fast noch glimmenden -
Scheiterhaufen verbrannt.

Frauen sind böse, gemein und nicht dumm,
reizen den Mann und führen ihn fort
an heimlichen, ekligen, teuflischen Ort.

Eva, die Schlange,
dem Mann war recht bange.

Drum nahm er die Zange
und quälte das Weib,
weil es ihm viel zu lieblich erscheint.

Er nannte sie Hexen,
Geschöpfe des Teufels,
Eiterbeulen und übles Gezücht,

Ein paar ließ er übrig,
der Kirchenfürst.

Er braucht sie zum Hegen,
zum Pflegen und Handauflegen,
zum Kochen und Backen
und anderen ähnlich
unwichtigen Sachen.

Auf meinem Wege nach innen
begegne ich auch der Geliebten,
der Schaumgeborenen, Auserkorenen,

der Frau, die in großer Zärtlichkeit
über das männliche Wunderwesen weint
und ihm tröstend über seine weichen Haare streicht.

05. Mai 2007




Kommentare

von bruni am 6.1.12

Du weißt, daß Du es darfst. Es wäre mir eine große Ehre. Bewegter Gruß zu Dir

von mono8no8aware am 6.1.12 - http://mono8no8aware.wordpress.com/

das hat eine tolle elementare wucht, liebe bruni, darf ich es bei mir einstellen?!
das wäre umwerfend!
herzliche grüße
ludwig

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