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Spielzeugmann

Was will das Weib in der Frau
- verdammt noch mal -
mit nem Spielzeugmann?

Hampelmänner,
Handspielpuppen,
Marionetten und Papiertiger
feiern doch nur Siege
im Spiegelfechten
der scheinbar ernsthaften
Kinderzimmerkriege.

Kaum sichtbare Fäden,
von oben kunstvoll bewegt,
schaffen aus dem ruhig
durchhängenden, hölzern scheinenden
Marionettenmann
den mutigen Ritter, den Troubadour,
den Streiter für Gutes und
Schutz der Minne.

Mit ihm geht der Puppenspieler
gerne auf Tour.
Hier bekommt das Publikum
Leben pur.

Zarte, filigrane
Porzellanwangen-Prinzessin
und Feuer speiender
grünlich, riesiger Drache,

Handfest und voller Grimm
geht`s mit dem Holzschwert
nun gewaltig zur Sache.

Der gute Ritter,
von oben bewegt, hat mutig agiert
und trotz gerissener Fäden
die Liebste entführt,
vor dem Ungeheuer listig versteckt
und dessen Appetit
auf Grünfutter geweckt.

Handspielpuppe „Prinz der Träume“,
Star im Stück vom Märchenglück,
treibt Massen in die leeren Räume.

Möchtegern und Habenicht,
die Bösen aus dem Schwarzen Land,
spielt dieser edelste Prinz
traumhaft und sicher
leicht an die Wand.

Papierene Tiger und hampelnde Männer
erhalten vollweiblichen Schutz
für eine ausreichende Weile,
werden gestützt, gehegt, gepflegt
und bei Bedarf
- schnell wie der Wind -
mit extra großem Besen
fein säuberlich wieder weggefegt.

Tja, warum sucht sich das Weib
in der Frau nur immer wieder einen
Spielzeugmann?

Denke nach und überleg dir die Lösung!
ICH schweige still, weil ICH,
das Weib, es so will.

11. März 2007




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