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Rosarote Brille

Muranoglasrot leuchtet
der glühende Feuerball,
wie vom berühmtesten
Glasbläser der Welt
geblasen, gefärbt und geformt.

Durchsichtig und glatt,
mit kaum erkennbarer,
sehr sachter Wölbung.

Rosarot
scheinen die Ränder
und vergehen
in himmlischem Pastell,
ringsherum wirkt
der Abendhimmel sehr hell.

Ein Bild, mit dem der Abend beginnt,

durch rosaroteste Brille
künstlich gestaltet,
gläserne Himmel-Skulptur,
hinter der ich eine neue,
andere Welt vermute.

Ein rundliches Tor,
hinter welches ich
soeben eine neue Welt beschwor.

Eine Welt voller Zauber,
Leuchten und Licht,
voller Wunder und kreisrunder
Ecken, in denen sanft vor sich hin
plätschernde Jungbrunnen stecken.

Bei Bedarf trete ich ein
und es empfängt mich
rosarot eine Wunderwelt,

die sich hinter dem gläsernen,
wohl gerundeten und abendroten
Sonnenball versteckt,
der in mir sehr viele
schlummernde Freuden weckt.

Grau scheinen oft die Tage,
wenn ich diese
Wunderbrille nicht trage.

Beiseite gelegt,
und zeitweilig vergessen,
scheinen die Menschen dann
die Angst zu fressen.

Bewahrer der Freuden,
verteile doch endlich mehr
von diesen wunderlich künstlich,
kitschigen Rosarot-Brillen,
damit noch im dunkelsten Grau
für jeden Menschen
hell scheinende Freuden sitzen.

Nur durch die Brille
sind sie zu sehen,
bevor sie sehr schnell
mit dem Alltag verwehen.

Ohne Freude am Leben ,
ohne Wunder und himmlisches
Leuchten, wird kein Mensch je
die Liebe entdecken.

Er lässt sie einfach
in krümeliger Westentasche stecken,
verliert sie vielleicht
durch das Löchlein am Boden,

ist nur noch traurig, bedrückt
und gebeugt vor Gram,
weil ihm seine Saumseligkeit
die rosarote Brille nahm.

Verteilerstellen
für ROSAROT-Brillen
wünsche ich mir,
sie sind ein Glück
für Zeitspannen „dazwischen“.

Freudenmomente,
durch die rosarote Brille geschaffen,
geben mir Kraft,
sind mir von Nutzen
und helfen auch mal
beim Seeleputzen

Sie ist der Weg in die Fantasie,
trag sie nicht immer,
aber hüte sie.

07. Juni 2007




Kommentare

von bruni am 23.8.12

wow, wie toll ist es, Dein Korollar. Du mußt es unbedingt bei Dir enstellen.
Hier hast Du Dich mal wieder selbst übertroffen u.ich will hoffen,
daß hiermit Deine Blogpause zu Ende, oder selbst in eine Pause gegangen ist… grin
Eine dicke Umarmung von mir, liebes Feenkind u. Danke dafür!!! So schön

von Karfunkelfee am 23.8.12

Liebe Bruni, ein wunderbares Gedicht über die Wichtigkeit, das unbeschwerte Träumen nie zu lassen.

Ich habe auch korolliert, doch wie das manchmal so ist, entstand etwas, das auch mit der Wahrnehmung und dem perspektivischen Sehen zu tun hat, doch wieder in einen anderen Bereich dieses Themas leuchtete, hier ist das Gedicht
(danke für die Inspiration):
Wahrnehmung
Du sagst,
das blaue Haus ist grün
an der Hauswand
siehst Du
rote,
ich sehe viele Rosen
daran blühn.
ich find mich Dir
unverständlich
deine Augen schauen
mich fragend an
du klagst über
den Wert Deiner Tage
ich habe schwer
an unaufgeräumten Gefühlen
zu tragen
wer will sich in
den Fokus
des Fremden wagen
das was ich sehe
dort wo ich stehe
gefärbt von meinem
subjektiven Blick
spiegelst Du mir
winkelverschoben
durch Dich gesehen
in meine
andersfarbige
Welt zurück –
tret ich vor den Spiegel
siehst Du mir entgegen
vom facettierten Kristall
-  bist Du ein Stück.

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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