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Ich bin wie meine Gedichte

Ich bin wie meine Gedichte
und jedes ist eine Geschichte aus mir.

Ich pflücke bunte Bälle aus der Luft,
als wäre jeder von ihnen ein Tag
– carpe diem.

Gehe durch Gedanken
und Gespräche hindurch,
als wäre ich die Luft,
die jeder zum Atmen braucht,

als wäre ich der Hauch,
der durch das Leben fließt.

Ich werke mit Worten,
spiele mit meiner eigenen Fantasie,
und laufe durch grüne, silbrig schimmernde
Tautropfen behangene Wiesengräser
mitten im heißesten Sommer
noch Langlaufski.

Das Gedicht ist die Loipe
und ich ziehe dahin,
bin mittendrin.

Freude und Frust,
bei Sonne,
Wonne und Lust.

Von Regen
und grauenhaftem Novemberwetter
werden meine Gedichte nicht besser.

Sie passen sich an,
sind traurig und trist.

Ich höre das Rütteln der Läden
in stürmischer Nacht
und überlege mir,
was der Wanderer
zwischen den Zeiten wohl macht,

der Pilger auf seiner
beschwerlichen Tour,
und gerate so mitten hinein
in ein neues Gedicht,
welches genau
meiner Stimmung entspricht.

Ich tauche ein in Worte,
fühle wie sie entstehen,
helfe ihnen bei der natürlichen
Geburt in einem glitzernden
goldenen Wasserbecken,

fange sie ein
und mach einen Reim.

Gedichte erfinden ist wie ein Wunderland.

In den vielen Kammern
meines Gedankengebäudes
wirbeln die Ideen wild durcheinander
und wollen alle ans Licht.

Chaos im Kessel,
ein irres Gebräu.

Die Dichterin orientiert sich neu,
fischt einen einzigen Satz,
hütet den Schatz
und sortiert nun sehr gut.

Für ein neues Gedicht
braucht sie immer
ein klein wenig Mut.

15. Juni 2007




Kommentare

von bruni am 6.9.14

das ist wirklich sehr komisch, liebe Marlis, jedesmal ist es - auch heute noch - wie ein neues Land, wenn ich ein Neues beginne grin ,  Mut, würde ich heute nicht mehr sagen, eher eine Herausforderung, ob es gelingen kann. Und jedesmal freue ich mich, wenn ich eines als gelungen empfinde grin

von Marlis Hofmann am 5.9.14 - http://http://wederwill.wordpress.com/

Wie schön, dass du immer wieder den Mut gefunden hast und witerhin findest!!!

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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