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Dornröschen

Dornenreich geschützt
durch Dornen,
die den Eintritt verweigern,
sich in Hecken zusammenrotten,
und dir das Betreten verwehren,

ein dornenreicher,
ein stachelnder Zaun,
du bist davor,
geschlossenes Tor,
kommst nicht hinein.

Du versuchst,
dich hindurchzuzwängen
mit aller Gewalt
und reißt an den Ranken,

blutende Wunden,
kein einziger Dorn
leicht überwunden.

Wieso wird Dornröschen
gewaltsam bewacht?
Geschützt vor dem Leben?
Was wollen die Nornen hier weben?

Wo steckt der Gedanke,
den du nicht hast bedacht?

Haltbares, dichtes Dornengestrüpp
versperrt deinen Weg.

Suche aufs Neue,
erspar dir die Dornen
und Verletzungsgefahr,

leite deine Gedanken um,
sei niemals dumm.

Bezwinge die Hecke mit List,
damit sie die Dornenstiche
gegen dich endlich vergisst.

Umgarne sie listig,
umrunde den dornigen Zaun,
an einer einzigen Stelle
kannst du darüber schaun.

Breite aus deine Flügel
und schwinge dich kraftvoll
in deinen Traum,

dann wirst du dein
friedlich schlafendes
Dornröschen von Ferne schaun.

Möchtest du es wecken
oder dich lieber
hinter Ranken verstecken?

Bist du ein Prinz,
dann küsse es sacht,
damit es in liebenden Armen erwacht.

Ein wirklicher Prinz vergisst
ein Dornröschen nicht.

Wärst du ein Frosch
oder gar eine Kröte
dann würdest du Fliegen fangen,
aber nicht deine Flügel
zu den Träumen hin spannen.

Traue dich, Träumer,
tauche ein in die Märchen,
dann wird aus Dornröschen und dir
doch noch ein Pärchen.

10. Juli 2007




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