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Der Weg zu den Herzen

Der Weg
zu den Herzen
ist Geröll übersät,
liegt im Dickicht versteckt,
du wirst von Sackgassen geneckt.

Sehr schmaler Pfad,
vom Regen durchnässt,
schlammig und schwammig,
unsicherer Grund.

Du bist auf der Suche nach Licht.

Nadelspitz stachelnde Blätter
und peitschende Zweige
am wild wachsenden,
weit in den Weg hinein
ragenden dichten Gebüsch.

Es schlägt dir haarfeine Wunden
an bloßen Armen
und mitten hinein
in dein blasses Gesicht.

Da musst du hindurch!

Du biegst und windest dich,
verletzende Hindernisse
halten dich nicht,
du gehst diesen Weg.

Da, ein knorrig holziges,
uralt und endlich brechendes
Heckengewächs versperrt
breit und sperrig
den fast sichtbaren Weg.

Es hält dich nicht auf.

Nun geht es hinauf,
eine letzte Steigung,
Stolpersteine beim Hindernislauf.

Sehr enge Kurve,
sei auf der Hut,
gleich ist es geschafft!

Du siehst schon
die erste geöffnete Kammer!
Es wäre ein großer Jammer,
würdest du jetzt nicht weitergehen.

Du wankst und weichst
ein wenig nach rechts,
kurzes Ächzen,
und leises Stöhnen.

Zwei-Flügel-Tor zittert,
wie von Geister Hand bewegt,
sieh, es öffnet sich weit
und das Tor ist breit.

Einlaß zum Herzen!
Du hast es erreicht,
leicht und locker
wird nun dein Sinn.

Nutze das offene Herz,
nimm ihm den grausigen
Schmerz, lüfte die Kammern,
lass linde Lüfte hinein.

Kehre die Böden
und wische den Staub,
streiche sanft über die
rissigen Wände.

Du bist am Ziel!
Das Herz ist bereit,
ich kann dir nur sagen:
es war höchste Zeit.

02. August 2007




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