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Mein Teppich

Kaum noch Muster, kostbar, alt,
verblasst, zerschlissen, doch geliebt,
kaum noch Fransen, angenagt.

Behutsam und mit Vorsicht saugen,
er soll noch viele Jahre taugen.

Teppichklopfer hüte dich,
es reicht ein sanfter Bürstenstrich.

Geknüpfte Träume, fast wie Schäume,
im Teppichhandel-Wunderland
ist dieser Teppich wohlbekannt.

Er trägt die Träume in die Räume,
gibt Balsam dir in deinem Haus.

Betend kniest du in der Ecke,
dein Teppich dient auch diesem Zwecke.

Tagesfrust, Gedankenmüll,
wird auf dem Teppich sehr, sehr still.

Kehr nichts darunter, es ist falsch!
Verzögert und verändert sich,
die rechte Lösung ist es nicht.

Durchgetreten, fadenscheinig ist er
nach all den vielen Jahren,
du rückst ihn hin und rückst ihn her,
du schonst aus Liebe ihn zu sehr.

Siehst dann beim Händler um die Ecke,
versteckt in dicker, warmer Decke
eine kleine, zarte Brücke
mit Farben wie vom Wind verweht.

Du packst sie ein und trägst sie heim,
ab jetzt ist niemand mehr allein.

Teppichtraum und Brückenkind
nun deinen Gliedern Wohltat sind.

06. April 2007 - Karfreitag




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