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Die Welle

Kraftvoll schäumend,
mit einem Berg voll von Gischt,
die Welle an der Hafenmauer
endgültig zerbricht.

Sie versucht es aufs Neue,
nimmt Anlauf, bäumt sich hoch auf.

Gewaltig und schäumend vor Wut
tut sie der Hafenmauer nicht gut.

Ein Gegner aus Stahl und Beton,
wie Stein so hart und total gemein.

Die Welle blickt sorgenvoll
und weicht listig
ein gutes Stück
ins feucht bewegte Element zurück.

Denkt leise plätschernd
über eine passable Lösung nach,
dieses eisenharte Hindernis
alleine und nur mit Wasserkraft
wenigstens für ein einziges Mal
machtvoll zu überwinden.

Die Welle überlegt
ziemlich lange,
nimmt dann alle
heranschwappenden Wasserwippen
in ihre sehr große wellenförmige
wässrige Zange.

Und formt nun mit großer Gewalt
eine Riesenwelle
von wahrhaft wuchtiger
Furcht einflößender Wassergestalt.

Uriges Rauschen und donnerndes Brausen

Achtung, ihr Menschen!
Riesenwelle greift Hafenmauer an

Uralte, von Algen verdeckte
vernarbte Wunden brechen auf
und das Verhängnis nimmt seinen Lauf.

Der Welle gebührt dieser Sieg!

Sie überschwemmt den Hafen,
dringt in die Boote,
drängt auch in tiefere Keller,
wird jetzt immer schneller,
läuft aus sich heraus…

und das wellige Märchen ist endlich aus.

Die Moral von dieser Geschicht’:
Trau auch der kleinsten Welle nicht!

21. April 2007




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