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Schwarze Wolke

Meine eigene schwarze Wolke
hat einen Namen!
Ich nenne sie Martha.

Martha trägt ein Schattenkleid,
trägt Schwärze und Dunkles
in den grauenden Tag.

Sonnige Tage erscheinen dann duster,
sind hinter Schleiern verborgen,
scheuen das Licht, wenn es mit Macht
aus den lockenden Himmeln bricht.

Martha im Rabenflügelgewand
hält sich besorgt in meiner Nähe
und breitet ängstlich
ihre Schwingen über mir aus.

Sie fängt mich ein, wenn ich entfliehe
und mit dem Hellen über die Berge ziehe.
Martha ist lichtscheu,
trägt tiefstes Schwarz
auf der wolkigen, schwarzbraunen Haut.

Sommergewisper erscheint ihr zu laut,
sie will nur die Ruhe,
packt entstehende Freude
in ihre bauchige Truhe.

Doch Martha hat Feinde!
Freudvolle Lust vertreibt
mit Macht beginnenden Frust,
überschüttet Martha
mit Farbe und Frohsinn.

Bald fehlt ihr die Kraft,
sich stark und schwarz gegen
die Freuden zu stemmen.
Grimm und Groll
ziehen traurig und unverrichteter Dinge
von dannen.

Von Martha bleibt nur ein Hauch,
ein Wölkchen,
ein kleines und feines,
federleicht und rosa getupft,
mit der Nasenspitze ins Helle gestupft.
Wenn alles zu schwer,
rennt Rosa hinter mir her,
gibt nicht auf und rüttelt an mir,
als wär ich nur aus Papier.

Hält gegen das Dunkel beherzt
und beizeiten schon Wache,
ist ganz und gar bei der Sache.

Rosa ist stark, besiegt auch den Wind,
der sich nun kopfschüttelnd,
hustend und prustend
auf die richtige Richtung besinnt.

Sie ist meine Freundin, sie tut was sie kann!
Weist Martha mit der schwarzen und imposanten
Leibesfülle in ihre Schranken
und deren Kräfte geraten gefährlich ins Wanken.

Der Tagessieg geht an Rosa, die Federleichte,
und Martha, die dicke Dunkle, Bedrohliche,
weicht geschickt nun zurück, ist auf der Hut!
Man wird sehn, wer hier wem etwas Gutes tut.

Klein, fein und gewitzt
gegen dick, dunkel und fett
- klingt wie ein Kampf mit ungleichen Mitteln.
Der Sieg geht an den, der im guten Moment
gegen den richtigen Strohhalm rennt.

20. Oktober 2006




Kommentare

von bruni am 27.2.14

na ja, lieber Finbar, ich dachte nur an Dunkel und Hell, das sich abwechselt, wie sie mich beeinflussen, stimulieren oder mein Denken boikottieren *lächel*, wie die Stimmungen sich abwechseln und das Auf und Ab, das mononoaware mal die Oberhand hat und dann wieder die lichte und schlichte Lebensfreude…

von finbar am 27.2.14 - http://finbarsgift.wordpress.com

Martha und Rosa
die beiden Tagundnachtgleichen?

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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