Startseite | Kontakt | Impressum

Zitronenscheibe

Zitronenscheibe,
eben warst du noch in meiner Hand
und nun sehe ich dich hoch oben
am Nachthimmel stehen,
und deinen Weg inmitten der Sterne gehen.

Wie kommst du dahin?
Bist du geflogen?
Was willst du da oben?

Ich wollte dich verspeisen!
Du solltest nicht alleine verreisen!

Du musst mit Lichtgeschwindigkeit
und ohne mein Wissen gestartet sein.

Blass siehst du aus,
du warst auch schon etwas ausgelaugt,
du saueres Ding, doch von Zucker umgeben,
und nun die Wolken daneben.

Jetzt bist du für kurze Zeit
der Nachtbegleiter, der Himmelspatron,
und bekommst deinen Lohn
durch die Leibesfülle, die man dir gönnt.

Dick und dicker wirst du werden,
bis du dicht vorm Platzen stehst.
Dann wirst du von den Sternenbildern
endlich auf Diät gesetzt.

Willst du das wirklich,
ist das Dein Begehr?

Komm wieder zu mir, du Scheibe,
du dünner mit Zucker überzogener
ungehorsamer Zitronenteil.
Ich werde dir zeigen, wohin du gehörst,
damit du niemanden mehr
am nächtlichen Himmel störst.

30. November 2006
ein übermütiges Gedicht




Kommentare

von bruni am 10.12.14

Lieber Finbar-Freund,
wie schön, daß Du dieses hier entdeckt hast. Ein reines Unsinnsgedicht *lach*
Als ich es schrieb u. einstellte, war die Kommentarfunktion noch nicht angelegt u. später schaute kaum mal einer vorbei, denn jeder, der wortbehagen in seiner Nische entdeckt, geht zu den aktuellen u. die alten haben das Nachsehen…
Deshalb freut es mich besonders, wenn ich Dich beim Stöbern finde

Liebe Grüße von mir an Dich

von finbar am 10.12.14 - http://finbarsgift.wordpress.com

ganz herrlich übermütig, liebe Bruni, und ein zauberhafter Vergleich! smile

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



image image image image