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Das Kartenhaus

Pappe und Papier
brauchen wir dafür,
und bauen auf Sand,
in dem schon vieles verschwand.

Wir versuchen es wieder
und geben ihm Stand.
Wir lehnen es an eine
schon bestehende Wand.

Mit nervigem Gefühl
in den Fingerspitzen,
bauen wir unser Kartenhaus,
das Haus aus Pappe
und auch aus Papier.

Wir rufen die Götter,
denn wir fürchten Zerstörung:
Bitte keinen Regen, keinen Sturm
und nicht die allerkleinste Böe,
ihr Götter!

Laßt die Windsbraut
über anderen Stätten toben.
Es stürzt uns sonst ein
das papierene Haus,
fast von allein.

Es ist wie eine wackelig,
nicht befestigte Sandburg,
und blickt doch so standhaft.

Der kleinste Angriff der Elemente
und schon ist es hin,
das empfindliche Ding.

EIN Windhauch bewegt nun
die oberste Karte,
pustet mit halber Kraft
und einer einzigen Backe,
und schon bewegt sich
das ganze Haus.

Es wackelt, es bebt,
es zittert und zagt,
der Zusammenbruch des Hauses
in Schnelle nun tagt.

Karte für Karte
fällt um, ist perdu.

Das Haus ist zerfallen,
zerbrochen ein Traum,
weil er auf Sand gebaut
und der Baumeister
nicht auf Befestigung
und Statik geschaut!

Doch menschliche Kraft,
nach einiger Zeit,
ein neues und diesmal
total sicheres Kartenhaus schafft.

Behalte die Hoffnung,
vergiß nicht den Traum,
und gib ihm den zustehenden Raum.

04. November 2006




Kommentare

von bruni am 18.7.14

das glaub ich Dir gerne, daß Du geschmunzelt hast, lieber Finbar. Mir ging es jetzt ebenso.
Lächelnde nächtliche Grüße zu Dir

von finbar am 18.7.14

...und auch hier haben die Götter wieder ihre Hände mit im Spiel…

Feine Zeilen, die mich ein wenig schmunzeln lassen   grin

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