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Bedrohlicher Schnee

Er biegt die Bäume,
bedeckt die Wege,
erstickt das Leben
begräbt unter seinem Gewicht!

Wo ist das zart-helle Flockengesicht?
Schneeflöckchen, Weissröckchen -
der Kindheitstraum ist vorbei!

Bedrückende, klebrige Schneelast
auf den blattgrüngrauen Baumriesen des Waldes.
Gespenstisch scheint es :
wie zerlaufender dickflüssiger, fetter Käse
über dem garenden Bratgut im Ofen,
der seine dicken, breiten, fettigen Finger
wie Tentakel
über dem Guten und Kräftigen verteilt.
In der Schwere knicken die Zweige, die zarten
und bersten die geschundenen Äste.

Er dämpft das Helle,
ergraut und vernebelt das Licht,
welches nun
– von gräulichem Grauen erfasst -
gänzlich erstickt.

Dunkles breitet sich mitleidig
über die gefolterte Landschaft.

10. März 2006




Kommentare

von bruni am 28.6.12

*lächel*, ja, klingt im allererstenm Moment seltsam, aber ich habe ihnmal so erlebt, den Schnee, nur noch bedrohlich und scheinbar alles Leben erstickend…
Da bleibt nur noch eine hintergründige Angst. Dir einen lieben Gruß zum arbeitssamen Morgen von mir

von ludwig am 28.6.12

was für assoziationen!
zerlaufener, fetter käse…
aber du hast recht,
auch der schnee kann manchmal so wirken, aber gottseidank nicht riechen *lach*

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