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Ich kümmere mich nicht

Ich kümmere mich nicht,
ich sorge mich nicht,
sollen es doch die anderen tun!

Ich werde leichtsinnig sein,
leicht sinnig wie ein kleines Mädchen,
mit dem Kopf in den Wolken
und purzelbaummäßig bewegt.

Ich werde singen und springen,
mit Tränen jubeln
und jauchzend weinen.

Beim Putzen und Kehren
werde ich tanzen und hüpfen,
spielerisch den Schmutz übersehen
und immer nur Schönes sehen.

Ein anderer Mensch
erscheint mir im Spiegel,
er ist mir fremd
und betrachtet mich stumm.

Das bin ich nicht,
es wird mir klar.
Ich kann mich biegen
und wiegen im Wind.
Doch nachts erkennt der Sturm
meine Angst, hat Mitleid
und wiegt mich sanft.

Ein neuer Tag sieht mich an,
er beugt sich herab
und trägt mich ein Stück.
Sein Bruder, der Mut,
übernimmt locker und leicht.

Ich bin wieder ich
und sehe mich klar.
Klares Sehen ist wunderbar.

Man braucht den Tag,
aber auch die Nacht,
wozu wären sie sonst gemacht.

(Meine Gedanken am Abend,
die morgendlichen wären sicherlich wieder andere.)

23. Februar 2006




Kommentare

von bruni am 15.1.12

sie hüpft nicht immer,meine Lyrik. Sie schafft es nicht immer. Heute war so ein Tag, an dem ich keine Lust zum Hüpfen hatte. Es kam der späte Abend u. der allerletzte klitzekleine, doch noch bereitstehende Hüpfer verzog sich sehr leise. Ich glaube, er weinte sogar, ich meine, ich hätte es gehört, obwohl er sich bemühte, es sehr leise zu tun.

von mono8no8aware am 1.12.11 - http://mono8no8aware.wordpress.com

herrlich hüpfende lyrik
wie von einem springenden reh geschrieben
leicht wie der wind im geäst
schöne zeilen ...
die wunderbar klares sehen ermöglichen
ludwig

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