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Sintflut

Rot und tiefblau,.
schwarzviolett wird das Weltdach,
welches die Erde bedeckt, beschützt
und behütet vor Ungemach.

Aus tiefster Stille entsteht
tosendes Brausen und ungebärdiges Toben.

Überbordende Götterschelte von oben,
kein himmlischer Chor, der sich zahm
wie ein Lamm in den Lüften verlor –

Nein!

Gewaltig erzittert und bebt nun die Erde,
fleht mit allen Sinnen um Götter-Erbarmen,
doch in Sturm und Orkan gilt keine Gnade,
peitschende Wassermassen zwingen das Land,
solche Elementenwut war niemand bekannt.

Himmelsozean erschüttert die Erde
mit nassen Massen.
Erde und Meer verschwimmen
im Nichts und im Grauen.

Die Länder versinken,
den Himmelsmeeren gehört der Sieg.

Was wollen die Götter mit diesem Krieg?

Vernichtet man seine eigenen Kinder
mit drakonischer Strafe und
entsetzlicher Lust am Zerstören?

Alles geht unter in den Wassermassen,
die von jeder Art ein einziges
gnädigst noch leben lassen.

Sechs Tage und sieben Nächte
wütete die verheerende Meeresflut,
in der die Menschen in eklig schleimigen,
stinkenden Schlammbergen versanken.

Das Werk war getan, die letzte Woge fast
himmelhoch und die Winde müde geritten,
die Götter untereinander total zerstritten.

Stille und Schweigen über der Erde -
unvorstellbares Ende oder nun doch wieder Beginn?

Sieh doch!

Am Himmel hoch oben ein Regenbogen,
im Nebeldunst noch kaum zu erkennen!

Hoffnung keimt auf in fruchtbarem Boden.

Mut braucht das überlebende Menschenpaar,
dem als einzigem kein sintflutartiges Leid geschah.

In der Arche geborgen, der Verwüstung entkommen,
sind sie im Lande der Verheißung angekommen.

03. Dezember 2006




Kommentare

von bruni am 6.2.15

*seufz jetzt ein bißchen*
ja,so ist es wohl und doch leben wir noch wie gut ist das doch *lächel*

von finbar am 6.2.15 - http://finbarsgift.wordpress.com

ach, liebe Mylady of Poems,
WER hatte denn damals NICHT
noch mehr POWER als heute?!

Wir ALLE doch!!!
Herzlichst
Finbar

von bruni am 6.2.15

Lieber Finbar, ich liebe es, wenn Du in den alten Sachen herumstöberst.
Herzlichst am Freitagmorgen im Febr. 2015
Ich glaube, damals hatte ich mehr Power als heute. Manchmal vermisse ich mich selbst. Aber es dauert nie lange, dann finde ich mich wieder grin
Danke für Deine guten Worte

von finbar am 6.2.15

Fantastisch poetische
Bildersprache, liebe
Meisterin der Lyrik!

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